Lennéstraße

Kategorie: Südstadt - Straßennamen
Einsender: Birgit Karen Sigwarth

Lennéstraße

Verlauf:
Zwischen Am Hofgarten / Fritz-Tilmann-Straße und Niebuhrstraße / Johannes-Henry-Straße

Namensherkunft:
Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné (1789-1866)

Alter Name:
Eselsweg (1867)

Benennung:
26.8.1867 durch Rat

Bemerkung:
Laut Ratbeschluß vom 9.3.1900 wurde die Straße verlängert.


Detailinfo
Peter Joseph Lenné (* 29. September 1789 in Bonn; † 23. Januar 1866 in Potsdam) war preußischer Gärtner und Landschaftsarchitekt des deutschen Klassizismus.

Jugend und Ausbildung

Lenné war der Sohn des königlichen Hofgärtners Peter Joseph Le Neu und dessen Ehefrau Anna Catharina Potgieter. Lenné ließ später seinen Namen in Lenné ändern. Nach dem Abitur entschied sich Lenné für den Beruf eines Gärtners. Seine Zeugnis der gärtnerischen Lehre machte er 1808 bei seinem Onkel, dem Hofgärtner Clemens Weyhe in Brühl.

In den Jahren 1809 bis 1812 unternahm Lenné mehrere von seinem Vater bezahlte Studienreisen, die ihn nach Süddeutschland, nach Frankreich und in die Schweiz führten. 1811 absolvierte er in Paris ein längeres Praktikum bei Gabriel Thouin, dem damals berühmtesten Gartenarchitekten Europas, wo er zum Gartenbaumeister ausgebildet wurde. Auf einer dieser Reisen machte er auch Bekanntschaft mit Friedrich Ludwig von Sckell, der ihn in seiner weiteren Laufbahn sehr beeinflusste.

1812 folgte Lenné seinem Vater nach Koblenz, der dort vom Präfekten Jules Doazan zum Direktor der Gärten in Koblenz ernannt wurde. Noch im selben Jahr war Lenné bis 1814 in Schloss Schönbrunn tätig, bis 1815 dann wieder in Koblenz, wo er mit der Anlage von Privatgärten betraut wurde. Die "Erweiterung der Festungsanlagen veranlasste ihn zu einem Plan für die Verschönerung der Stadt mit Gartenanlagen", der jedoch wegen Geldmangels nicht ausgeführt wurde. 1816 kehrte er auf Vorschlag des preußischen Oberlandesforstmeisters von Hartig und General Graf von Hacke nach Potsdam zurück und bekam eine Anstellung als Gartengehilfe bei der Hofgartenintendantur in Sanssouci.

1818 wurde er Mitarbeiter der königlichen Gartendirektion. Im Jahre 1822 erfolgte seine Beförderung zum Gartenbaudirektor. Im gleichen Jahr gehörte Lenné zu den Gründungsmitgliedern des preußischen Vereins zur Förderung des Gartenbaues. Lenné übernahm die Leitung der Abteilung für Obstbauzucht und später der Abteilung Gartenkunst.

1823 erfolgte unter seiner Leitung die Gründung der Gärtnerlehranstalt in Schöneberg und Potsdam, in der erstmals eine Ausbildung von Gartenarchitekten auf wissenschaftlicher Basis erfolgte.

Im Jahre 1828 wurde Lenné zum alleinigen Gartendirektor, 1845 zum Preußischen General-Gartendirektor ernannt. Die Akademie der Künste ernannte Lenné zum Ehrenmitglied.

Trotz seiner Bleibe in Potsdam und Berlin blieb er seiner rheinischen Heimat verbunden und trug auch im Raum Koblenz zu weiteren Verschönerungen, insbesondere in den Rheinanlagen, die bis 1861 unter seiner Leitung entstanden, bei. Die Liebe zu seinem Werk an Rhein und Mosel veranlasste ihn zum Bau des unter dem Namen Lenné-Haus bekannten Wohnsitz, in dem er seinen Lebensabend verbringen wollte, wozu es aber wegen seines Todes nicht mehr kam. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Bornstedter Friedhof in Potsdam.

Blütezeit

Büsten von Peter Joseph Lenné findet man in Bonn im Botanischen Garten, am Rheinufer ("Alter Zoll"), im von ihm selbst entworfenen Landschaftspark Petzow (Schwielowsee/Brandenburg), im Park Feldafing, in den Kaiserin-Augusta-Anlagen in Koblenz (Kopie einer Büste von Rauch). Eine weitere Rauchsche Kopie war im Bad Homburger Kurpark aufgestellt und wurde gestohlen. Eine neue Büste fertigte der Bad Homburger Bildhauer Otto Weber-Hartl.


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Eingeschickt am:  Sat, 08-Oct-2005, 17:07